Zimt

 


Zimt zählt zu den ältesten Gewürzen der zivilisierten Welt.

Schon vor mehr als 4500 Jahren konnte man den feurig warmen Duft in Chinas Küchen wahrnehmen.

Seit Beginn des 14. Jahrhunderts bringt der Exot einen Hauch von Orient nach Europa und versetzt uns ganz nebenbei in Weihnachtsstimmung.

Die aromatische Rinde des Zimtbaumes gilt als Gewürz des Paradieses, weil sie Medizin und Genuss in sich vereint.

Doch Zimt ist nicht gleichZimt:

Weltweit gibt es über 300 verschiedene Zimtarten, von denen Ceylon-Zimt und der schärfere Kassia-Zimt (China-Zimt) am gebräuchlichsten sind.

 

  • Zimt wächst nicht als Frucht, sondern als dünne Innenschicht der Rinde von immergrünen Zimtbäumen, die zur Familie der Lorbeergewächse gehören.
  • Zimtanbau: Der bis zu 12 Meter hohe Zimtbaum kann ab dem dritten Jahr geerntet werden. Nach der Kappung des Stamms wachsen aus diesem mehrere junge Triebe, die nach zwei Jahren geschnitten werden. Ihre Rinde wird abgeschält, so dass sich die dünne Rindenschicht röhrenartig zusammenrollt.
  • Zu mehreren Röhrchen zusammengefügt, ergibt sich der so genannte Stangenzimt (Kaneel). Je dünner die papierartige Rinde ist, umso feiner ihr Geschmack. Ceylon-Zimt wird meist nur als Stange verkauft. Die besten Stangen werden als „Ceylonkaneel“ geführt, die minderwertigen werden einfach als „Zimtstange“ verkauft. Der China-Zimt ist meist nur in Pulverform erhältlich.
  • Zimt, ein schwierig zu gewinnendes Gewürz: Um Zimt anzubauen, muss die Jahresdurchschnittstemperatur 25-30°C betragen und mindestens 2000 mm Niederschlag pro Jahr fallen.
  • Nicht nur in der Küche wird Zimt verwendet. Auch in der Medizin- oder Kosmetikbranche spielt das süß-feurige Gewürz eine wichtige Rolle. Hilfe leistet Zimt z.B. bei Kopfschmerzen, Krämpfen oder Magen-Darm-Beschwerden. Zusätzlich wirkt das Pulver durchblutungsfördernd und hilft, den Blutzuckerspiegel auf einer gesunden Linie zu halten
  • Zimtpulver ist preiswerter als Zimtstangen, weil beim pulverförmigen Zimt nur zerbrochene Stangen verwendet werden, die in dieser Form nicht in den Verkauf kommen.
  • Goldener Tequila mit Orangenscheibe und einer Prise Zimt ist eine deutsche Spezialität und in Mexiko, dem Ursprungsland des Tequilas, nicht üblich.
  • Flip-Flops mit eingearbeitetem Zimtpulver sollen gegen Fußschweiß und Fußgeruch helfen und zur Entspannung der Beine beitragen.
  • Cinnamon Challenge: Eine berühmte und sehr beliebte Kneipenwette in den USA ist es, einen Löffel voller Zimt zu essen. Dabei ist diese Wette ein gefährlicher Versuch, denn Zimt blockiert die Atemwege und ist so staubig, dass sich die Partikel überall festsetzen können. Hinzu kommt, dass Zimt nicht in Wasser (Speichel), sondern nur in Fetten und Ölen löslich ist.
  • Filmtipp: „Zimt ist wie die Frauen − süß und bitter zugleich“, so erklärt Großvater Vassilis seinem Enkel Fanis das Leben. Ganz nebenbei lehrt er Fanis auch noch die Freude am Kochen und Würzen. Zu sehen ist das im wunderbar sinnlichen Film „Zimt und Koriander“ von Tassos Boulmetis.


Zimt & Milchreis

Mmmh … da werden Kindheitserinnerungen wach: Milchreis mit einem Staubregen von Zimt und Zucker ist mehr als nur ein Reisgericht. Er ist Geborgenheit, Gemütlichkeit und purer Genuss zugleich. Ob kalt oder warm, als Zwischenmalzeit, Hauptgericht oder Dessert – der Seelenwärmer tut einfach gut und schmeckt nach mehr.

Übrigens: In Skandinavien ist Milchreis Bestandteil des traditionellen Weihnachtsessens. Er wird mit gemahlenem Zimt serviert und mit Milch übergossen. Nach alter Tradition wird im Milchreis eine Mandel versteckt. Derjenige, der die Mandel auf seinem Teller findet, heiratet der Sage nach im darauf folgenden Jahr.

Zimt & Karotte

Wer Zimt nur zum Backen verwendet, hat die herrlich vielen Facetten des Gewürzes verkannt. Die internationale Küche beweist, dass Zimt auch Deftiges und Scharfes würzen kann. Vorsichtige Genießer können sich langsam an herzhafte Rezepte herantasten, wie z.B. Karotten mit Zimt. Einfach Karotten garen, danach in einer Pfanne leicht anbräunen, mit Zucker, Zimt und Vanille abschmecken und vermischen. Himmlisch lecker!

Extra-Tipp: Experimentierfreudige Köche sollten sich die Kombination aus Zimt und Lamm nicht entgehen lassen, denn das zarte Lammfleisch mit seinem aromatisch-würzigen Geschmack entfacht in Kombination mit der feurigsüßlichen Zimtwürze eine wahre Aromaexplosion. Danach wird ihr Gaumen Fernweh verspüren!

 

Quelle: Ubena