Rosmarin

 

Im Mittelmeerraum schon seit über 3000 Jahren beliebt, wanderte Rosmarin wahrscheinlich im Gepäck von Ordensleuten über die Alpen bis in deutsche Klostergärten, wo der immergrüne Strauch schnell als wirkungsvolles Naturheilmittel Popularität erreichte.

Erst seit dem 15. Jahrhundert begann sich das nadelige Würzkraut als Küchengewürz zu etablieren und ist seitdem unverzichtbar mit der italienischen und französischen Esskultur verbunden.

In Deutschland als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert, fühlen sich Rosmarintöpfchen auf der Küchenfensterbank auch im Winter heimisch.

  • Rosmarin stammt aus der Familie der Lippenblütengewächse. Im Mittelmeerraum kann der aromatisch duftende, immergrüne Halbstrauch ein bis zwei Meter hoch werden, weitaus üblicher sind in Deutschland jedoch 50 bis 70 Zentimeter.
  • Er hat nadelartige, ledrige Blätter, die bis zu 2,5% ätherisches Öl enthalten. Außerdem gehören Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und Harze zu den wertvollen Inhaltsstoffen.
  • Klima und Bodenbeschaffenheit scheinen auf die Qualität des ätherischen Öls großen Einfluss zu haben. Besonders hochwertig soll das südfranzösische Öl sein.
  • Der Name Rosmarin lautet in fast allen Sprachen ähnlich. Über seinen Ursprung herrscht dagegen Unklarheit. So könnte das Wort „Rosmarin“ entweder vom Lateinischen „rosmarinus“ (Tau des Meeres) oder vom Griechischen „rhops myrinos“ (wohlriechender Strauch) abstammen. Möglicherweise bezieht er sich jedoch nicht auf das örtliche Vorkommen, sondern eher auf die meerblauen Blüten.
  • Rosmarin als immergrüne Pflanze symbolisierte im Altertum die ewig anhaltende Liebe. Aufgrund dieser Symbolik wurde Rosmarin zu kleinen Kindern in die Wiege gelegt, und die Toten wurden mit Zweigen dieser Pflanze auf die Reise ins Jenseits geschickt. Auch heute noch wird Rosmarin symbolisch als Hochzeitsschmuck eingesetzt.
  • In 2011 wurde Rosmarin, die große Breite seiner Heilkraft honorierend, zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
  • Aufgrund seiner Ähnlichkeit im Geruch wurde Rosmarin oftmals anstelle von Weihrauch eingesetzt, was ihm den Beinamen „Weihrauchkraut“ einbrachte.
  •  Im 16. Jahrhundert wurde das Destillat aus Rosmarinblüten als eines der ersten Parfüms unter dem Namen „Ungarisches Wasser“ bekannt. Der Legende nach soll dieses Parfüm der an Rheuma erkrankten und gelähmten Isabella von Ungarn zu neuer Vitalität verholfen haben. Durch den Geruch des Rosmarinöls beflügelt, soll gleichzeitig die Leidenschaft im König von Polen zu Isabella entfacht worden sein.
  • In Belgien werden einer Sage nach die Kinder nicht vom Storch gebracht, sondern aus einem Rosmarinstrauch geholt.
  • Auf einem Butterbrot, mit Salz vermischt, verhindert Rosmarin Atemgeruch.
  • Nach einem alten französischen Kräuterbuch schärft der Rosmaringenuss den „Blick der Männer für weibliche Reize“. Heinrich VIII würzte sogar sein Baiser zum Dessert mit Rosmarin.
  • Qualmende Reifen stinken? Nicht unbedingt: Der Reifenhersteller Kumho kann auch anders. Angeblich äußerst beliebt bei asiatischen Kunden sind die Duftreifen des japanischen Herstellers. Bislang gibt es nur die Duftnote Lavendel. Derzeit in Planung: Rosmarin.
  • Rosmarin ist neben Thymian, Basilikum, Bohnenkraut und Lavendel Bestandteil der Provence-Kräutermischung.


Rosmarin & Kartoffeln
Rosmarin hat einen herben, leicht bitteren Geschmack, der an Kampfer und Eukalyptus erinnert.

Optimal überträgt sich das Aroma beim Braten wie z.B. beim Klassiker der mediterranen Küche: Rosmarin-Kartoffeln.

Die gesunde Beilage erfreut sich auch in deutschen Küchen großer Beliebtheit und läuft mittlerweile deftigen Bratkartoffeln den Rang ab.
Dabei bestechen Rosmarin-Kartoffeln durch ihre einfache Zubereitung: Kartoffeln mit Schale kochen, danach vierteln und zusammen mit Öl, grobem Salz und Rosmarin in den Backofen schieben oder in der Pfanne schwenken. Dazu passt Salsa-Verde und Ofengemüse sowie gedünsteter Fisch oder ein Lammstielkotelett.


Rosmarin & Aprikose
Begehrtes Kraut sucht süßes Früchtchen. Als Pflanze des Jahres 2011 braucht sich Rosmarin keine Sorgen machen, den richtigen Küchenpartner zu finden.
Anwärter gibt es zu genüge. Und zusammen mit der Aprikose – in Österreich, Südtirol und Bayern auch als Marille bekannt – sorgt das ungewöhnliche Duo schon am Frühstückstisch in Marmeladenform für Gaumenfreuden.


Besonders in der orientalischen Küche gehören Rosmarin und Frucht seit jeher zusammen. Leichtes Hähnchenfleisch und Pistazien-Couscous an einer Aprikosen-Rosmarin-Sauce – eine Komposition der ganz eigenen Art, weder zu scharf, noch zu süß, einfach nur Rosmarin-Aprikose.

 

Quelle: Ubena, Pixello.de