Pfeffer

 

Pfeffer kann klettern wie Efeu und war einst wertvoll wie Gold. Die Pfeffergewächse (Piperaceae) bilden eine eigene Pflanzenfamilie mit zumeist tropischen und häufig kletternden Sträuchern, die eine Höhe von zehn Metern erreichen.

Ihre Früchte liefern aufgrund der darin enthaltenen ätherischen Öle ein aromatisch schmeckendes Gewürz – den uns bekannten Pfeffer; das Alkaloid Piperin sorgt für eine angenehme Schärfe.

Durch lange Transportwege aus fernen Ländern war Pfeffer früher eines der kostbarsten Gewürze, mit dessen Handel man Wohlstand erreichte. Kaufleute, die die Gewürze auf dem See- und Landweg in die Küchen der Patrizier und Fürsten brachten, nannte man „Pfeffersäcke“.

Bis heute hat deshalb die Bezeichnung „Pfeffersack“ für reiche Menschen überlebt.


  • Eine Pfefferpflanze kann bis zu dreimal im Jahr geerntet werden. Erst ab dem dritten Jahr trägt sie Beeren, die in Rispen, ähnlich wie Johannisbeeren, herunterhängen.
  • Cayenne-Pfeffer gewinnt man nicht aus der Pfefferpflanze, sondern aus Chilischoten.
  • Die weltweite, jährliche Pfefferproduktion beträgt 250.000 bis 300.000 Tonnen. Pro Jahr werden 25.000 bis 30.000 Tonnen Pfeffer nach Deutschland eingeführt.
  • Es gibt heute weit über 20 Pfeffersorten, die auf dem Weltmarkt angeboten werden.
  • Grüner, schwarzer und weißer Pfeffer stammen von demselben Strauch.
  • Je nach Reifegrad und Veredelungsprozess besitzt der Pfeffer eine unterschiedliche Farbe: weißer Pfeffer wird reif, grüner und schwarzer dagegen unreif geerntet.
  • Im „Pepperspray“ ist kein Pfeffer, sondern Chili enthalten.
  • Weil Pfeffer so fein vermahlen ist, kann er beim Atmen in die Nase gelangen und an den Nervenenden einen Niesreiz auslösen.
  • Das aus Amerika stammende Chili verdrängte den Pfeffer aus seiner Rolle als wichtigstes scharfes Gewürz.
  • Türkisch Pfeffer ist ein stark zuckerhaltiges Lakritzbonbon.
  • Der Pfeffer-Frosch ist seit über 65 Millionen Jahren in Südamerika angesiedelt. Er wird bis zu 10 cm lang und quakt ohrenbetäubend laut.
  • Früher galt eine Handvoll weißer Pfeffer, hinuntergespült mit einem großen Schluck Branntwein, auch als Heilmittel gegen Malaria.
  • Jeder Deutsche verbraucht pro Kopf und Jahr ungefähr 70 Gramm Pfeffer und zwar hauptsächlich weißen Pfeffer.
  • Schickt man jemanden „dahin wo der (Cayenne-) Pfeffer wächst“, spielt man auf die Herkunft von höllisch-scharfen Chilischoten (Cayenne-Pfeffer) an. Cayenne (Hauptstadt von Französich-Guayana) ist bekannt für seine Teufelsinsel mit dem ehemaligen Strafgefangenenlager aus 1852 (verfilmt 1973 „Papillon“).

 

Pfeffer und Erdbeeren

Die Süße sonnenverwöhnter Erdbeeren und das temperamentvolle Aroma von Pfeffer ergeben ein recht paradox wirkendes Geschmacksduo, das in Kombination jedoch herrlich harmoniert.

Denn der fruchtige Geschmack der Erdbeere wird durch den Pfeffer keineswegs überdeckt, sondern viel mehr ausgebaut und abgerundet.

Als sommerliches Dessert sind dem erfrischenden Arrangement kaum Grenzen gesetzt: ob warm oder kalt serviert, als Carpaccio oder in ganzen Stücken, mit grünem, schwarzem oder rosa Pfeffer. Geschmacklicher Vorreiter ist allerdings grüner Pfeffer, da er der mildeste seiner pikanten Artgenossen ist. Zur Abrundung dient Grand Marnier oder die süß-saure Variante mit Balsamico.

 

Pfeffer und Schokolade

Dass man Schokolade kaum widerstehen kann, wussten schon die Götter. Denn die ursprüngliche Bezeichnung „theobroma cacao“ bedeutet übersetzt soviel wie „Nahrung der Götter“. Das Geheimnis liegt wohl in ihrer anregenden und stimulierenden Wirkung.

Auch Juliette Binoche verzaubert Johnny Depp im Kinoklassiker „Chocolat“ mit einer ganz besonderen Schokoladenvariante: einer Pfeffer-Praline. Zwar gehört für den ersten Biss ein wenig Mut dazu, aber die angenehme Überraschung im Mund belohnt.

Denn traut man sich auf die Pfefferstückchen zu beißen, entfalten sie ihren feurig pikanten Geschmack und entwickeln sich in Verbindung mit der herbsüßen Schokolade zur reinen Gaumenfreude.


Quelle: UbenaPfeffer & Erdbeere