Salz










Kaum einem anderen Küchenklassiker kommt eine so große, historische Bedeutung zu wie dem Salz.

Dabei handelt es sich im lebensmittelrechtlichen Sinne um ein Mineral.

Einst das „weiße Gold“ genannt, war sein Handel in Deutschland noch bis 1993 mit der sogenannten Salzsteuer belegt.

Doch nicht nur in der Industrie, auch in der Küche spielt der beliebte Geschmacksgeber eine wichtige Rolle.

Denn Salz ist nicht gleich Salz.

Exklusive Sorten undaufregende Kreationen setzen immer wieder neue, geschmackvolle Akzente wie z. B. das französische Fleur de Sel.

 

  • Das Wort „sal“ kommt aus dem indoeuropäischen Sprachraum und bedeutet schmutziggrau.
  • Meersalz, Steinsalz und Kristallsalz zählen zu den natürlichen Salzen.
  • Naturbelassenes Salz setzt sich aus insgesamt 84 Elementen zusammen. Aus derselben Anzahl ursprünglicher Elemente ist auch der menschliche Körper aufgebaut. Natriumchlorid hingegen basiert auf den zwei chemischen Komponenten Natrium und Chlorid und ist folglich kein naturbelassenes Salz.
  • Für die Herstellung von Speisesalz wird mit Hilfe unterschiedlicher chemischer Prozesse das Natriumchlorid von den übrigen Elementen getrennt und isoliert.
  • Der tägliche Salzbedarf eines Menschen beträgt zwischen mindestens 3 bis 6 Gramm und höchstens 16 bis 20 Gramm.
  • Nur 5 bis 7 Prozent des Natriumchlorids kommen tatsächlich als Salz in den Handel. Der Großteil des raffinierten Salzes geht in die Industrie, wo es für chemische Abläufe eingesetzt wird.
  • Salz war das erste Lebensmittel, das mit einem Zoll belegt wurde.
  • Die Städte Bad Reichenhall, Halle an der Saale, Bad Salzuflen, Salzgitter und Bad Salzdetfurth haben eines gemeinsam: Ihr Name erzählt von den unterirdischen Salzstöcken, die den Städten ihren einstigen Reichtum bescherten.
  • Das Sprichwort „Ist das Essen versalzen, ist der Koch verliebt“, geht auf den antiken Glauben zurück, eine salzarme Ernährung schwäche die männliche Potenz.
  • In der Bibel wird Salz häufig als Metapher verwendet. Im Matthäus-Evangelium heißt es zum Beispiel: „Ihr seid das Salz der Erde“ (5,13).
  • Clever: Um Salz zu gewinnen, legten die Römer Salzgärten an. Flache Becken wurden gegraben und mit Meerwasser aufgefüllt. Durch die intensive Sonnebestrahlung wurde das Wasser aufgesogen. Zurück blieben kleine Häuflein aus Salzkristallen.

 

Salz & Brot

Salz und Brot zur Wohnungseinweihung sind Geschenk und Brauchtum zugleich, denn Salz war früher ein edles Würzmittel, das den Königen und Bischöfen vorbehalten war.

Brot hingegen zählte zu den Grundnahrungsmitteln, die den täglichen Hunger stillten.

Mit dem Überreichen von Salz und Brot wünscht man den Beschenkten also, dass sie niemals Hunger leiden müssen, sondern in Wohlstand leben sollen.

Eine nette Geste, die gleichzeitig auch noch wunderbar den Gaumen erfreut.

Egal ob kerniger Klassiker, mediterraner Laib mit schwarzen Oliven und getrockneten

Tomaten oder zünftiges Laugengebäck – einfach etwas Butter nehmen, eine Prise Salz auf die Stulle streuen und den wunderbar nostalgischen Geschmack genießen.

 

Salz & Lakritz

Ungeduldig bahnen sich die kleinen Finger ihren Weg durch die gemischte Tüte, wühlen und suchen und dann endlich: ein Lakritz!

Verleitete uns in der Kindheit noch das zuckersüße, weiche Lakritz zum Naschen, verführt den erwachsenen Gaumen die leicht würzige Note der gesalzenen Exemplare.

Ob Heringe, Rhomben oder Diamanten: Die Formen der herzhaften Süßholzleckereien sind so variantenreich wie ihr Aroma. Mal werden sie mild, dann wieder würzig serviert, mal mit Salmiak- oder Meersalz bestreut.

Übrigens: Die Beigabe von Salz zum Lakritz geht wohl auf die Bewohner von Küstenregionen zurück, die ihre raue Meeresluft in dem bekannten Süßholz konservieren wollten.

 

Quelle: Ubena Foodservice